Du bist hier: Startseite » Glossar » Bad Neighbourhood

Bad Neighbourhood. Was ist das?

Als Bad Neighbourhood wird eine nachbarschaftliche Beziehung der eigenen Websites zu anderen Website bezeichnet, die massiv gegen die Richtlinien für Webmaster bei Suchmaschinen wie Google oder Bing verstoßen oder bereits eine Google Penalty (Abstrafung) erhalten haben.

Links zu einer solchen Seite und Backlinks von einer solchen Seite können zur Abwertung der eigenen Internetseite in den Suchergebnissen führen. Deshalb sollten verlinkte Websites immer geprüft werden.

Die schlechte Nachbarschaft

Bad Neighbourhood bedeutet auf deutsch »schlechte Nachbarschaft«. Eigentlich müsste es „toxische Nachbarschaft“ heißen, weil diese Webseiten genau das für eine eigene Seite sind. Denn es geht wie so oft in der Suchmaschinenoptimierung um den Trust einer Domain.

Dieser hat hauptsächlich mit Backlinks zu tun, allerdings zählen auch die ausgehenden Links zu anderen Seiten dazu. Verlinkt man selbst mit einer guten Website auf (beispielsweise) Linknetzwerke, so wird die Abwertung nicht lange auf sich warten lassen.

Ein Beispiel aus dem täglichen Leben: die schlechte Nachbarschaft

In Städten oder Regionen existieren auch bessere und sehr viel schlechtere Bezirke oder Stadtteile. Manche Berufsgruppen werden sich zum Beispiel nicht in Berlin-Neukölln niederlassen, wo die Kriminalitätsrate sehr hoch ist, sondern in einem hochwertigen Stadtteil, der Kundschaft entsprechend.

Ganz ähnlich ergeht es dem Internet. Auch hier gibt es die Bad Neighbourhood. Doch was ist eine schlechte Nachbarschaft im Internet?

Webseiten, die absichtlich und massiv die Richtlinien für Webmaster (auch Webmaster Guidelines genannt) verletzen, die Bing und Google aufgestellt haben und die saubere und hochwertige Seiten wünschen. Der Fachbegriff für solche massiv die Guidelines verletzenden Seiten heißt Black Hat SEO.

Weitere Beispiele für Bad Neighborhood

  • Domains mit Einsatz von Spam-Maßnahmen
  • Websites mit »Thin Content (dünner Inhalt)«
  • Websites mit massenhaft gekauften Backlinks
  • Webseiten, die Urheberrechtsverletzungen in größerem Maßstab begehen
  • Websites, die unerlaubte Techniken wie Keyword-Stuffing und Cloaking nutzen

Früher zählte auch der Hosting-Bereich zu Bad Neighbourhood. Damit meinte man schlechte Nachbarn, die auf dem gleichen Server beheimatet waren durch billiges Shared-Hosting.

Doch heute gilt bei Google nicht mehr die gleiche IP-Adresse oder ein Subnetz als schlechte Nachbarschaft, außer in wenigen Ausnahmen, wo es um eine massive Häufung solcher Webseiten auf der gleichen IP geht.

Matt Cutts von Google hat dazu eine Aussage getroffen im folgenden Video:

Wie entsteht die Bad Neighborhood

Verweist ein toxischer (schlechter) Link auf eine Webseite oder verlinkt ein ausgehender Link auf eine andere Website mit vielen schlechten Links, dann befindet sich diese Website in schlechter Nachbarschaft.

Ein qualitativ schlechter Link entsteht, wenn eine der Internetseiten gegen die Richtlinien für Webmaster der Suchmaschinen verstößt.

Ebenfalls kann eine gehackte Website schnell als Bad Neighbourhood eingestuft werden, wenn der Hacker aus dem Content heraus auf qualitativ schlechte Seiten verlinkt. Deshalb sollte man stets die Sicherheit der eigenen Website im Blick behalten.

Woran Du Bad-Neighborhood-Websites erkennen kannst

Das Analysieren von Websites auf eine eventuelle Bad Neighbourhood ist eine der wichtigsten Aufgaben der Suchmaschinenplatzierung. Ein einziger falsch gesetzter Link oder Backlink kann eine Abwertung der Webseite nach sich ziehen. Hier muss also genau kontrolliert werden, ob Partner-Websites sauber sind oder gegen die Richtlinien der Suchmaschinen verstoßen.

Hier einige Anhaltspunkte, die man checken sollte:

Wenig Content:
Besteht eine Website aus wenigen Seiten, die zudem sehr spärlich mit Inhalt gefüllt sind, so ist dies ein wahrscheinlicher Indikator für schlechte Nachbarschaft.

Angebote für Linkkauf:
Befindet sich auf der betreffenden Seite ein Angebot für einen Linkkauf, so sollte man als SEO davon Abstand nehmen und sich andere Partner-Seiten aussuchen.

Linkprofil kontrollieren:
Ein Link-Checker zeigt schnell auf, wie viel Trust das Backlinkprofil einer Seite ausweist. Häufen sich unseriöse Link-Quellen oder immer gleiche Link-Texte, dann sollte man auch hiervon Abstand nehmen. Ein gutes Backlink-Profil sollte so aussehen, als sei es natürlich -also organisch – entstanden.

Das Bauchgefühl ist hilfreich:
Wie im echten Leben kann es nicht schaden, sich auf sein Bauchgefühl zu verlassen. Bei einem schlechten Bauchgefühl sollte die Seite nochmals sehr genau kontrolliert werden, bevor sie Teil des Projekts wird.

Kleine Fehler haben große Auswirkungen

Wenn ein Linkprofil aufgebaut wird, muss ein Webmaster sehr genau alle obigen Aspekte analysieren und bestenfalls mehrfach kontrollieren. Hier haben kleine Fehler große Auswirkungen. Ausgehende Links zu schlechter Nachbarschaft und eingehende Links von Bad Neighbourhood Seiten führen recht schnell zu einer Abwertung des eigenen Projekts durch Google.

Die Suchalgorithmen erkennen die Muster der schlechten Nachbarn genau und sortieren es dann entweder als Spam oder als groben Verstoß gegen die Richtlinien ein. Abwertungen erfolgen in der Regel auf URL-Basis zuerst temporär bei leichten Verstößen.

Das bedeutet, dass man seine Seite nicht mehr bei wichtigen Keywords im Ranking wiederfindet. Bei groben Missachtungen der Richtlinien kann ein Projekt komplett aus dem Index entfernt werden.

Was Du gegen Bad Neighbourhood tun kannst

Ausgehende Bad-Links:

Sollte sich bei Dir das Gefühl einstellen, dass Du auf eine Bad Neighbourhood Website verlinkt hast, so kannst Du das Problem schnell lösen. Entferne den Link zu der betreffenden Seite. Je schneller Du das tust, desto besser.

Ein Tipp: nach der Entfernung des Links sollte die betreffende Seite in den Google Webmaster Tools schnellstens neu indexiert werden.

Eingehende Bad-Links:

Zwei Handlungsweisen bleiben Dir. Zuerst kannst Du den Webmaster der toxischen Seite um die Entfernung des Links bitten. Selten hilft das. Die zweite Möglichkeit ist die Entwertung des Backlinks über die Google Search Console. Erstelle eine Disavow-Datei und lade diese dann bei Google hoch.

Eine Anleitung findest Du hier:

Google: Links zu Ihrer Website für ungültig erklären

Projekt aus dem Index genommen: Wurde das eigene Projekt wegen Bad Neighborhood bereits aus dem Index von Google entfernt, bleibt Dir nur eine Bereinigung aller Maßnahmen, die zu dem Ausschluss geführt haben und haben könnten.

Danach hast Du die Möglichkeit, einen Antrag auf Überprüfung (EN: Reconsideration Request) bei Google zu stellen. Ein Google-Mitarbeiter überprüft die Seite dann manuell und sie wird bei einem positiven Ergebnis wieder neu indexiert werden. Allerdings erholen sich die meisten Websites nicht komplett wieder von einer einmal verhängten Google-Penalty.

Vorheriger Beitrag
Broken Link
Nächster Beitrag
Keyword Stuffing